Maniok

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Topinambur – alles schon probiert? Dann wird es Zeit für etwas Neues in deiner kulinarischen Welt! Wie wäre es denn mit Maniok?

Bei uns ist Maniok, oder auch Yuca genannt, noch eher selten. In vielen anderen Teilen der Welt aber ist die Wurzel ein fester Bestandteil in der Küche. Vor allem in Südamerika ist die Knolle nicht wegzudenken und die gängigste Beilage und wird ähnlich eingesetzt wie bei uns die Kartoffeln. So entstand auch der Beiname „Kartoffel der Tropen“. Im Vergleich zu unserer Kartoffel ist Maniok jedoch eine echte Riesen-Wurzel: Sie können bis zu 1 Meter lang und 15 cm dick werden und so auf ein Gewicht von bis zu 10kg kommen.

Die sehr stärkehaltige Wurzelknolle, die zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, liegt zwar mit 150 Kilokalorien je 100 Gramm deutlich über den Werten der deutschen Kartoffel und auch über denen der Süßkartoffel, hat dabei aber definitiv gesunde Argumente in petto. Yuca punktet nämlich ganz besonders mit Vitamin K, das die Blutgerinnung kontrolliert und die Knochenbildung aktiviert, ebenso mit Kalium, das Herz und Blutdruck unterstützt, sowie mit B-Vitaminen, die für ein gesundes Nervensystem, einen aktiven Blutstoffwechsel und Vitalität verantwortlich sind. Auch der Vitamin E Gehalt von Maniok ist beachtlich. Dieses fettlösliche Vitamin hat die Funktion eines Radikalfängers und trägt damit erheblich zur Gesundheit bei. Auch Diabetiker kommen voll auf ihre Kosten, denn die Knolle hat im Vergleich einen relativ niedrigen glykämischen Index und helfen so, den Blutzucker zu regulieren. Außerdem enthält die Wurzelknolle sogenannte Saponine, die helfen, Entzündungen zu lindern, organische Abfälle abzubauen, Ablagerungen zu entfernen und die Darmflora auszugleichen. Letzteres ist zudem auch dem hohen enthaltenen Anteil an resistenter Stärke, die als „gesündeste“ für den Darm gilt, zuzuschreiben. Maniok ist also rundum ein wahres Kraftpaket.

Hierzulande findet man die Maniokwurzel vor allem in gut sortierten Supermärkten sowie in asiatischen und afrikanischen Läden – allerdings in einer etwas kleineren Größe, die ungefähr der einer Süßkartoffel entspricht. Es ist jedoch zu bedenken, dass Maniok schnell verdirbt, daher sollte sie möglichst schnell verarbeitet werden. 3-4 Tage lässt sie sich allerdings lagern, sofern die Lagerung in einer kühlen Umgebung erfolgt. Es kann nur passieren, dass die Geschmacksintensität dann etwas nachlässt. Gleiches gilt für das Einfrieren.

Zubereiten lässt sich Maniok wie Kartoffeln – also als Püree, als „Salzkartoffel-Ersatz“, aber auch als Pommes oder in Scheiben gebraten. Aber auch in der Kosmetik findet die Wurzelknolle Anwendung: als Paste verarbeitet dient sie als Peeling oder auch als Maske, in Kombination mit den Blättern können Yuca-Wurzeln auch als Haarkur gegen Haarausfall verwenden oder als „Salbe“ zur Wundheilung oder bei Rheuma.

Aber Vorsicht: Maniok darf nie roh gegessen werden – die enthaltene Blausäure ist giftig! Erst durch das Schälen und Kochen wird diese zerstört und die Wurzel genießbar!