Sumach

Noch nie gehört? Keine Sorge, da bist du nicht allein – bei uns in Deutschland ist das Gewürz noch nicht sehr geläufig. In der Türkei und dem östlichen Mittelmeerraum hingegen wird es zu fast jeder Mahlzeit gereicht oder ist schon im Gericht enthalten. Wir stellen dir das extravagante Gewürz hier vor.

Wie bereits erwähnt stammt Sumach aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sehr selten wird es allerdings pur verwendet. Meist wird es mit Salz gemischt und zum individuellen Würzen einer Speise gereicht – also erst nach dem Servieren und zählt damit zu den Tischgewürzen. Gerne kommt es vor allem bei fettreicheren Speisen zum Einsatz, da seine verdauungsfördernde Wirkung die Folgen einer schweren Mahlzeit wie Trägheit, Völlegefühl etc. mildern kann.

Seine fein saure Note macht Sumach zu einem wunderbaren Ersatz von Essig und Zitronensäure. Der gleichzeitig leicht fruchtig-süßliche Geschmack mildert die Säure ab und macht das Gewürz damit runder als reine Zitrusfrüchte. So entstand auch der Beiname „Sizilianischer Zucker“. Besonders zu Fleisch- und Reisgerichten passt das unverwechselbare Aroma, aber auch für Marinaden und Dressings eignet sich das Gewürz prima. Sumach harmoniert geschmacklich außerdem sehr gut mit Petersilie, Knoblauch und Sesam. Es kann sogar den scharfen Zwiebelgeschmack mildern, wenn das Gemüse roh damit gewürzt wird.

Gewonnen wird das Gewürz aus den dunkelroten Früchten (Beeren) des immergrünen Färberbaums bzw. dem Fruchtfleisch. Dieses wird schonend getrocknet und anschließend zerrieben. Da vor allem im August und September die Hauptsaison für die Ernte ist, wird in diesem Zeitraum auch am meisten des Gewürzes hergestellt.

Doch nicht nur der einzigartige und individuelle Geschmack aus der Kombination von Frische, Fruchtigkeit und Säure macht das Sumach-Gewürz so interessant, sondern auch seine gesundheitsfördernden Aspekte. Bereits in der Antike war dem Gewürz eine heilende Wirkung zugeschrieben. Durch die enthaltenen Gerbstoffe ist Sumach ein sehr magenschonendes Würzmittel, das zugleich die Verdauung fördert und Verstopfung vorbeugen kann. Außerdem wurde ein hoher Gehalt an Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen sowie gesundheitsfördernde Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen und neutralisieren. Demnach wird davon ausgegangen, dass die gemahlenen Beeren nicht nur Alterungsprozesse verlangsamen, sondern auch ein durchaus gutes Mittel zur positiven Beeinflussung von Entzündungen und Herzerkrankungen sind.

Es gibt außerdem Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulvern und Pillen, die die getrockneten Blätter des Baumes enthalten, die jedoch inzwischen nur noch selten angewendet werden. In der Homöopathie werden Tinkturen der frischen Blätter jedoch noch gern gegen verschiedene Ausschläge, Geschwülste, Hautkrankheiten und Warzen aber auch gegen Durchfälle, Verletzungen und Schmerzen jeglicher Art eingesetzt.

Zu kaufen gibt es Sumach in Gewürz- und Feinkostläden oder Online. Beim Einkauf ist vor allem auf gute Qualität zu achten, weshalb vom Kauf in türkischen oder asiatischen Supermärkten abgeraten wird. Die schonende Trocknung ist entscheidend für die Gewährleistung hochwertiger Qualität und den Erhalt der Inhaltsstoffe.