Zichorie

Genau genommen ist der Begriff Zichorie die Zuordnung einer ganzen Familie an Pflanzen, wird aber auch für eine spezielle Art, der sogenannten Gemeinen Wegwarte, als individuelle Bezeichnung verwendet. Zu dieser Familie zählen bittere Gemüsesorten wie Chicoree, Zuckerhut und Radicchio genauso wie andere Korbblütler, die eher als Kräuter und Blumen gelten.

Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. Wurden Zichorien in ägyptischen Papyrustexten erwähnt und sind seit dem Mittelalter als Arzneipflanze bekannt. Aber auch als Kaffeeersatz spielte die Wegwarte, genauer gesagt die kultivierte Form namens Wurzelzichorie) eine große Rolle. 2009 wurde sie sogar zur Blume des Jahres gewählt.

Je nach Region hat sie unzählig verschiedene Namen, aber immer die gleichen wertvollen heilenden Wirkungen. Vor allem im Magen-Darm-Bereich spielt die Zichorie eine tragende Rolle. Ihre Bitterstoffe, die ätherischen Öle und Ballaststoffe regen die Magensaftproduktion an und sind somit eine tolle Unterstützung der Leber. Aber auch die Verdauung wird durch die Ballaststoffe angekurbelt und der Darm reguliert. Außerdem wirken Zichorien-Gewächse beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, stärkend und tonisierend. Demzufolge finden sie in sämtlichen medizinischen Bereichen Anwendung. Egal ob bei Kopfschmerzen, Gallenschwäche, Krampfadern, Hautunreinheiten oder Geschwüren – die Zichorie dient als Allzweckwaffe.

Die von den Zichorien abstammenden Gemüsesorten wie Chicoree, Zuckerhut und Radicchio sind allesamt für ihren bitteren und herben Geschmack bekannt. Und genau dieser ist es, der sie so wertvoll macht, da er Leber, Galle und Verdauung stimuliert. Wer diese Bitterkeit mag, profitiert von einem weiteren Vorteil: Die Gemüsesorten sind besonders kalorienarm, aber trotzdem zugleich extrem ballaststoffreich und voll mit Mineralstoffen. Chicoree punktet vor allem mit Vitamin A, Kalium und Eisen und dem Bitterstoff Lactucopikrin, das sowohl Gewebe- als auch Blutbildung fördert. Der Radicchio hingegen strotzt nur so vor Kalium, Mangan, B-Vitaminen und Vitamin C. Der Zuckerhut als dritter Vertreter dieser Zichorien-Gemnüsesorten pusht dank Kalium, Phosphor und Calcium den Stoffwechsel.

Wer den bitteren Geschmack etwas abschwächen will, der bereitet die Kohlsorten einfach mit Zitrusnoten zu. Chicoree verliert allein durch das Erwärmen beim Braten schon einen Teil der Bitterkeit, wird aber mit etwas Orange und Zitrone zusätzlich aromatisch. Er kann aber auch hervorragend kalt als Salat mit Grapefruit und anderen Zitrusfrüchten serviert werden. Radicchio eignet sich sehr gut für mediterrane Pastagerichte oder als Ergänzung in Salaten. Zum Abmildern des bitteren Geschmacks einfach vor der Zubereitung in lauwarmes Wasser legen! Gleiches gilt für den Zuckerhut. Dieser klingt zwar süß, ist es aber nicht. Er ist eine hervorragende Alternative zu Kopfsalat oder auch als Ergänzung in Gemüsepfannen, wenn er ganz am Schluss untergehoben wird.